Handball
Montag, 5. Februar 2007Dass wir im Mutterland des Handballs leben, wissen wir erst seit gestern. Ebenso, dass “das ganze Land mitgefiebert hat”. Das ganze Land, damit sind offensichtlich andere gemeint, denn das einzige, was wir von dieser Weltmeisterschaft mitbekommen haben, waren zwei Mannschaftsbusse am Hamburger ZOB (der dänische und der russische). In der Sportsendung des Deutschlandfunk war gestern überraschend zu hören, wir hätten eine neue “nationale Euphorie” erlebt, diesmal “am Beispiel des Handballsports”. Letzterer sei so attraktiv wegen seines Tempos, seiner Dynamik, und weil so viele Tore fallen. Anlässlich der letztjährigen Weltmeisterschaft wurde uns allerdings erklärt, Fußball sei deshalb so attraktiv, weil so wenig Tore fallen, das steigere die Spannung. Das passt doch irgendwie nicht zusammen. In derselben Sendung war außerdem zu erfahren, Herr Köhler habe seinen Fanschal mit dem “polnischen Staatspräsidenten Aleksander Kwaśniewski” getauscht. Da stimmt doch auch irgendwas nicht. Im übrigen glauben wir nicht daran, dass Handball jetzt neuer Nationalsport in Deutschland wird. Wer fährt schon, um Bundesligaspiele zu sehen, freiwillig in Städte wie Lemgo, Gummersbach, Minden oder Dudenhofen?