Archiv März 2007

Elbkräne

Sonntag, 18. März 2007


Hamburg, März 2007

Limerick (9)

Samstag, 17. März 2007

There once was a member of Mensa
who was a most excellent fencer.
The sword that he used
was his – (line is refused
and has now been removed by the censor)

Lügen haben kurze Beine

Freitag, 16. März 2007


Hamburg, Arno-Schmidt-Platz, Januar 2007

Busfahren in Hamburg (4)

Donnerstag, 15. März 2007

Ein gebeugtes Mütterchen mit Einkaufswägelchen im Bus Nummer zwei in Ottensen. Der Bus ist voll - umso besser für das Mütterchen, das sein Einkaufswägelchen nicht allein die Stufe hochheben kann. Hinzu springt ein junger Mann, der dem Mütterchen auch gleich noch seinen Platz anbietet. Wird angenommen. Drei Stationen später, Bus hält, Leute steigen aus, Leute steigen ein. Der Busfahrer will gerade die Türen schließen, als das Mütterchen mit erstaunlich kräftiger Stimme ruft: “Moment mal. Ich will auch aussteigen.” Drängelt sich mit ausgefahrenen Ellenbogen durch den Bus, allerdings ohne Einkaufswägelchen, das bleibt einfach stehen. Wieder springt wortlos ein junger Mann hinzu, zieht den Wagen zur Tür und hebt ihn hinunter. Mütterchen nickt befriedigt. So muss das sein.

Aus Büchern lernen

Mittwoch, 14. März 2007

Wir vertreten ja die These, dass man aus Büchern mehr über das Leben lernen kann als aus dem Leben selbst. Zum Beispiel haben wir aus einem Indianer-Abenteuerroman für Jugendliche gelernt, wie man lange Strecken zurücklegt, ohne müde zu werden: 100 Schritte laufen, 100 Schritte gehen. Das kam uns zugute, als wir einmal in Südengland trampen wollten, uns aber niemand mitnahm und wir bei immer dunkler werdender Dunkelheit zehn Kilometer zu Fuß zurücklegen mussten. Durch einen weiteren Jugendroman, deren Titel wir vergessen haben, kamen wir auf die Idee, uns in den Semesterferien als Aushilfe bei der Post zu verdingen – Briefträger war damals noch ein gutbezahlter Job mit Trainingseffekt an der frischen Luft. Auch wüssten wir nicht, wie man die Himmelsrichtung mit Hilfe einer Armbanduhr bestimmt, wenn wir nicht Harry Mulischs Roman Zwei Frauen gelesen hätten: „Der kleine Zeiger muss auf die Sonne weisen; die gedachte Linie, die den Winkel halbiert, den die Linie von der Zwölf zur Mitte und der kleine Zeiger bilden, zeigt nach Süden.“ Ganz einfach eigentlich. Der Rest des Romans ist übrigens auch zu empfehlen.

Alter Bratscherwitz

Dienstag, 13. März 2007

William Primrose hat Sechzehntel geübt, jetzt spielt er mal eins vor.

Frankfurt am Main, 12. März 1984

Montag, 12. März 2007

ERBITTE DRINGLICH DEINEN ANRUF, IM VERLAG, ZU HAUSE ODER BEI FRAU ZEEH.
GRUSS SIEGFRIED
Uwe Johnson / Siegfried Unseld Der Briefwechsel

[Frau Zeeh ist Sekretärin im Suhrkamp Verlag. Als Siegfried Unseld dieses Telegramm schreibt, ist Uwe Johnson bereits tot. Er starb in Sheerness on Sea auf der Themseinsel Sheppey, das genaue Todesdatum ist unbekannt. Als Bekannte am 12. März aus Sorge um ihn in sein Haus eindringen, finden sie seinen Leichnam im ersten Stock. Die gerichtsmedizinische Untersuchung nennt als Todesursache: Death through heart attack.]