Archiv März 2007

Landungsbrücken

Sonntag, 11. März 2007


Hamburg, S-Bahnhof Landungsbrücken, Februar 2007

Limerick (8)

Samstag, 10. März 2007

There was a young fellow from Fife
who had a big row with his wife.
He lost half his nose,
two thirds of his toes,
one ear, seven teeth and his life.

Ellie Henderson

Freitag, 9. März 2007

Zu Ellie Henderson, altjüngferlichem, kurzsichtigem und nicht recht dazugehörigem Partygast, sagt Richard Dalloway: “Well, Ellie, and how’s the world treating you?” Darauf heißt es weiter: “Ellie Henderson, getting nervous and flushing and feeling that it was extraordinarily nice of him to come and talk to her, said that many people really felt the heat more than the cold.” Eine der traurigsten Stellen der Weltliteratur. Wir könnten heulen, wenn wir das lesen.
(Virginia Woolf, Mrs. Dalloway)

Change the way you look

Donnerstag, 8. März 2007

Saison

Mittwoch, 7. März 2007


Wir hatten schon vergessen, dass es hier im Village of Os eine Einrichtung gibt, die wir uneingeschränkt mögen: Jeden Abend um 18 Uhr bimmelt hier ein Eiswagen vor der Tür. Im letzten Sommer, als wir gerade umgezogen waren, war es uns eine Freude, nach den Räumarbeiten des Tages auf das Bimmeln zu warten und dann hinunterzulaufen, um uns ein Eis zu kaufen, zusammen mit einer Kinderschar aus dem Wiesenrautenstieg und den umliegenden Straßen. Dass der Eiswagen im Winter nicht kam, haben wir kaum bemerkt. Seit Anfang März aber hat er wieder Saison, und gestern haben wir ihn zum ersten Mal gesehen. Allerdings hat niemand bei ihm ein Eis gekauft, auch wir nicht. Wir müssen uns erstmal wieder an ihn gewöhnen.

Ablasshandel

Dienstag, 6. März 2007

Fliegen ist das neue Rauchen – belastend für die Umwelt, gesundheitsschädigend und zunehmender gesellschaftlicher Ächtung ausgesetzt. Anders als das Rauchen kann man die Umweltschädigung von Flugreisen aber finanziell ausgleichen: Man betätigt den Emissionsrechner von atmosfair.de und spendet den errechneten Betrag für ein Umweltprojekt, das den Treibhauseffekt bremst. Für einen Zweipersonenflug von Hamburg nach Lissabon und zurück zum Beispiel wären das 52 Euro, unabhängig davon wie teuer der Flug selbst ist. Das funktioniert nach dem Prinzip: Zuerst machen wir etwas kaputt, und dann bauen wir es wieder auf. Und immer so weiter.

Frau Müller beschwert sich (3)

Montag, 5. März 2007

Gestern abend, „Die Flucht“. In der Wohnung über uns pumpten sie eine Luftmatratze auf oder betätigten irgendein Sportgerät, wir wissen es nicht. Frau Müller unter uns hörte das offenbar auch und beschwerte sich. Diesmal nonverbal: Sie nahm einen schweren metallischen Gegenstand und donnerte den an die Heizung. Das klang ebenso rhythmisch wie das Geräusch von oben, nur sehr viel lauter. Lauter sogar als die diversen Gewehr- und Pistolenschüsse, mit denen die Leute im Film sich selbst und einander umbrachten. Warum gute deutsche Fernsehfilme mit Anspruch und Ehrgeiz immer noch schlechte Filme sind, wissen wir auch nicht. „Die Flucht“ jedenfalls fanden wir abgründig schlecht: Klischeehafte leblose Figuren, Gut und Böse deutlich voneinander zu unterscheiden, handlungsarm und künstlich in die Länge gezogen, kulissenhafte Ausstattung, stereotype Musik. Auf den Satz “solange ich denken kann”, den die bedauernswerte Frau Furtwängler gleich zweimal artikulieren musste, reagieren wir allergisch. Einzig Angela Winkler als Gräfin Gernstorff konnte uns überzeugen. Den zweiten Teil schenken wir uns. Und bei Frau Müller werden wir uns heute beschweren. Wegen abendlicher Ruhestörung.
Frau Müller beschwert sich (2)
Frau Müller beschwert sich (1)