A duty-dance with death
Heute legen wir eine Gedenkminute ein für Kurt Vonnegut, den großen amerikanischen Schriftsteller des Jahrgangs 1922, der vorgestern in New York gestorben ist. Sein bekanntestes Buch ist Slaughterhouse-Five von 1969 (die alliterationsreiche Überschrift ist einer der beiden Untertitel, der andere ist The Children’s Crusade), ein Roman mit einem eigentlich deutschen Thema, das hierzulande aber erst seit ein paar Jahren Konjunktur hat: die Bombardierung Dresdens im Februar 1944. Der Autor, einer in Indianapolis lebenden Familie deutscher Herkunft entstammend, war als amerikanischer Soldat in deutscher Gefangenschaft bei diesem Ereignis dabei und reiste 1967 zu Recherchezwecken noch einmal mit einem Guggenheim-Stipendium nach Dresden. Das Buch beginnt mit einer typischen Das-ist-alles-wahr-Behauptung eines Erzähler-Autors namens „Vonnegut“ – einer der Tricks, die Literaturwissenschaftler immer in arge Erklärungsnöte hinsichtlich der Grenze zwischen Fiktion und Realität bringen. Hier sind die ersten beiden Absätze:
„All this happened, more or less. The war parts, anyway, are pretty much true. One guy I knew really was shot in Dresden for taking a teapot that wasn’t his. Another guy I knew really did threaten to have his personal enemies killed by hired gunmen after the war. And so on. I’ve changed all the names.
I really did go back to Dresden with Guggenheim money (God love it) in 1967. It looked a lot like Dayton, Ohio, more open spaces than Dayton has. There must be tons of human bone meal in the ground.”