Albern
Bei der Lektüre dieses Artikels aus dem gestrigen SZ-Magazin über die Babysprache, in der sich Liebespaare oft miteinander unterhalten, mussten wir sofort an Tucholsky denken, Rheinsberg:
“‘Claire?’
‘Wolfgang?’
‘Jetzt weiß ich nicht, sollte ich den Kofferschlüssel zu Hause vergessen haben…?’
‘My honey-suckle’, und sie drückte ihm einen heftigen Kuß auf den Mund, während ihr Gesicht rachsüchtig und boshaft erglänzte, und stieß ihn von sich:
‘Och, der kleine Jungchen muß ja alles vergessen - psch, psch, psch…’ Und man wußte nicht, ob diese Töne eine wiegende Mutter nachahmten oder ganz etwas anderes.
‘Pack aus, mein Hulle-Pulle!’”
Im Kindler steht dazu: “Das stark umgangssprachlich geprägte Kauderwelsch der beiden, besonders der kindlich kapriziösen Claire, gleicht eher einem Stück Unsinnspoesie als empfindsamer Schwärmerei.”
Das ist uns viel zu freundlich. Wir konnten das Buch noch nie leiden, und diese alberne Babysprache gehört leider zu den Dingen, für die wir uns fremdschämen.