Archiv Montag, 21. Mai 2007

Nachbemerkung

Montag, 21. Mai 2007

„An die Übersetzung und ihre Durchsicht sind rund fünf Jahre gewendet worden – der Sache gemäß mehr als an alle anderen Bände der Frankfurter Joyce-Ausgabe. Dem hohen Schwierigkeitsgrad des Buches glauben es allerdings Übersetzer und Herausgeber schuldig zu sein, weiter an der Übersetzung arbeiten zu sollen. Es ist denkbar, daß sie in einer späteren Auflage an einzelnen Stellen zu anderen Lösungsvorschlägen als den hier gemachten gekommen sein werden.“

Eine erstaunliche Nachbemerkung der Herausgeber (Klaus Reichert, Fritz Senn) und des Übersetzers (Hans Wollschläger) – das Eingeständnis, den übersetzten Text womöglich weiter bearbeiten zu wollen, weil er noch lange nicht den eigenen Ansprüchen genügt. Allerdings handelt es sich um einen Roman, der lange Zeit schlicht als unübersetzbar galt: James Joyces Ulysses. Hans Wollschläger, der später mit dem Kapitel „Anna Livia Plurabelle“ aus Finnegans Wake unerschrocken einen womöglich noch schwierigeren Joyce-Roman in Angriff nahm, ist vorgestern gestorben, und wir legen heute eine Gedenkminute für ihn ein. Er war ja außerdem ein Freund Arno Schmidts, und zwar nicht über das Bindeglied Joyce, sondern durch das gemeinsame Interesse an Karl May. Mit Arno Schmidt zusammen übersetzte er in den sechziger Jahren die gesammelten Werke von Edgar Allan Poe, allein auch Hammett und Chandler. Vielleicht haben also auch diejenigen, die den Namen Wollschläger nicht kennen, schon einmal eine seiner Übersetzungen gelesen.