Doping, au ja!
Donnerstag, 24. Mai 2007Alle schreiben über Doping, wir auch. Wir finden Doping ja schon lange toll. Warum sich alle darüber so aufregen, können wir überhaupt nicht verstehen. Lässt man mal diesen ganzen moralischen Schnickschnack weg, den olympischen Eid und das ganze Zeug, dann hat Doping eigentlich nur Vorteile, für alle.
Die Sportler macht es schneller und ausdauernder, und je schneller und ausdauernder einer Rad fährt, umso mehr Geld kann er damit verdienen. Das kann er dann in Homestories auf seiner Website wieder herzeigen, und wir können es bestaunen. Davon wiederum profitieren die Sponsoren, zwar bezahlen die einen Haufen Geld für ihre Mannschaft, aber ihr Name ist in aller Munde. Und alle wechseln wieder zurück zur Telecom.
Und wir sind doch ganz wild auf die Tour der Leiden, oder? Wir gucken fremden Männern sehr gerne dabei zu, wie sie ihre Leistungsgrenzen austesten, weil wir so etwas selbst nie tun würden. Neben den allzeit zitierfähigen Wortblümchen, die dabei für uns abfallen („Quäl dich, du Sau!“), ist der unbestrittene Höhepunkt einer jeden Tour der Monstergipfel, auf dem einer der tapferen Kombattanten erst Schlangenlinien fährt und dann tot vom Rad kippt. Ob aus Entkräftung oder weil er den vorher geschlürften Cocktail nicht vertragen hat, ist doch wohl egal. Hauptsache dass.
Und weil Millionen Menschen auf der ganzen Welt diesen Moment auf keinen Fall verpassen möchten, muss das Fernsehen berichten, das geht gar nicht anders. Das wäre ja Publikumsbeleidigung, Verweigerung des Sendeauftrags oder so etwas. Das ist wie mit der Bild-Zeitung: Die Leute wollen das, deshalb muss es das geben.
Davon mal abgesehen: Männer, die vor Fernsehkameras weinen, finden wir unästhetisch. Und die Frisur von diesem Herrn Zabel können wir ohnehin nicht leiden, da gehört einfach ein Fahrradhelm drauf. Also Schluss mit dem ganzen Gerede, macht einfach weiter wie immer, Jungs. Doping ist super!