New York, 16. Juli 1968

„Die Aufführung beginnt mit einer Ansprache des Titularpräsidenten. Wie oft hat Mrs. Cresspahl ihn gesehen seit der Feierstunde, als die arme Gwendolyn Bates für ihren Übereifer einen silbernen Backenstreich empfing, immer noch kann sie sich zu wenig merken von R.W.T. Wutheridge, als daß sie ihn erinnern könnte, sei es als stilles Bild. „Bäuerlich“ sagen sie gern von ihm. Aber er muß einer von den gottergebenen Bauern sein, den ahnentreuen, den ungeschickten, so ängstlich kommt er ihr vor; an diesem kleinen alten Körper sehen die Maßanzüge zu kurz aus; diesem blauwangigen Haarverlierer haben die siebzig Jahre eine Würde vorenthalten. Das Programm geht so: zunächst hält er eine Ansprache nach eigenem Gusto, damals über das Ethos der Arbeitsgemeinschaft und was Amerika von uns will. So heute, und er wünscht demnach unser Glück. Darauf werden die Kandidaten aufgerufen, besteigen die mit Teppich belegte Kiste und sollen Auge in Auge mit dem Obersten Schausprecher eine Darstellung ihrer Verdienste anhören. Diese Preisreden aber stammen aus dem Sekretariat de Rosnys, weswegen die Anfänge nur so wimmeln von Unterschieden:
Es ist wahrhaftig schwer, die angemessenen Worte zu finden…
Die Überreichung dieser Prämie schafft in jeder Hinsicht einen Präzedenzfall…
Meines Wissens hat kein einziger Mitarbeiter der Firma…
Es ist wohl an die fünfundzwanzig Jahre her…
[…]
– Silber kann man einschmelzen lassen.
– Ja.
– Dann kriegt D.E. einen silbernen Ring von dir.
– Ja.“

Uwe Johnson, Jahrestage

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