Archiv Sonntag, 23. September 2007

Flasche in Elbe

Sonntag, 23. September 2007


Flasche in Elbe

Övelgönne, Elbstrand, Samstagnachmittag, Sonne. Im Fluss schwimmt große blaue Plastikflasche. Stört entschieden den idyllischen Blick. Findet Hundebesitzer auch, der seinen Hund mit Hilfe von kleinen Steinchen dazu bewegt, sich in den Fluss zu stürzen und die Flasche zu apportieren. Hund schwimmt gut und hat Flasche alsbald im Maul. Rückweg aber Problem: Hund kann nicht mehr richtig atmen. Kommt nicht voran, verliert Orientierung, japst, liegt tiefer und tiefer im Wasser. Menschen am Strand gucken besorgt. Hundebesitzer dreht sich um und geht schon mal weiter. Menschen am Strand tuscheln empört. Hund gerät in Panik. Schwimmt weiter raus statt zurück zum Ufer. Riesen-Containerschiff naht. Menschen am Strand befürchten Riesen-Unglück. Hund bräuchte nur die Flasche loszulassen, dann könnte er ungehindert zurückschwimmen. Macht er aber nicht. Herrchen hat befohlen, also wird gehorcht. Und wenn es das eigene Leben kostet. Menschen am Strand rufen und winken, Hund hört und sieht nichts. Ist mit Ertrinken beschäftigt.
Da naht Rettung.


Rettung: Wriggende Männer

Zwei Männer in einem Boot mit einem Ruder hinten dran (wriggen heißt das Tuwort dazu). Hund in Panik befürchtet weitere Gefahr. Dreht sich um und schwimmt erbittert in die andere Richtung. Wriggende Männer holen ihn ein. Hund dreht wieder ab und flieht erneut. Menschen am Strand schlagen Hände vor Köpfe. Hundebesitzer inzwischen außer Sichtweite. Wriggende Männer versuchen, Hund ins Boot zu ziehen. Hund wehrt sich standhaft. Lässt dabei aber Flasche los. Da kann er plötzlich wieder schwimmen. Guckt sich um, peilt das Ufer an und macht sich zügig auf den Weg. Menschen am Strand klatschen Beifall. Wriggende Männer wriggen weg. Blaue Flasche immer noch im Fluss. Ausgangszustand quasi wiederhergestellt.


Flasche in Elbe