Apropos Stein

Paris was a woman, das wissen wir. Und wer kennt nicht den größten Teil des berühmten Gedichts A ROSE IS A ROSE IS (das Nähere regelt die Gewerkschaft Gartenbau in Kassel, im Verein mit der Gelehrtenrepublik). Die letzte Zeile lautet aber: She is my rose, und das macht das Ganze doch sehr viel weniger selbstreferenziell.
Gertrude Stein war die erste, die Picasso Bilder abkaufte, als noch niemand anders sie haben wollte. Sie behauptete, die Familie Stein sei zwischen 1906 und 1909 Alleinbesitzerin von Picassos Werken gewesen. Zwanzig Jahre später kam ihr das zugute, als niemand ihre eigenen Werke drucken wollte und sie sich mit dem Verkauf von (inzwischen sehr gefragten) Picassos über Wasser halten konnte.
Stein und Picasso waren mehr als vier Jahrzehnte lang befreundet. In achtzig oder neunzig Sitzungen malte er ihr Porträt, in dem keiner ihrer Freunde auch nur die geringste Ähnlichkeit entdecken konnte. Was macht das schon, sagte da Picasso, irgendwann wird es ihr gelingen auszusehen wie auf dem Bild.
Zusammen mit Alice B. Toklas fuhr Gertrude Stein in einem alten Ford namens Godiva umher, in Paris und auch auf dem Land. Die Besatzungszeit verbrachten sie in ihrem Sommerhaus in Südfrankreich, Amerikanerinnen zwar, aber auch Jüdinnen. Berühmte letzte Worte: Wie lautet die Antwort, fragte Gertrude Stein, und als keine kam: In dem Fall – wie lautet die Frage?
Hätten wir eine Katze, sie hieße Toklas.

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