Limerick (31)
Samstag, 20. Oktober 2007There’s a wonderful family called Stein:
There’s Gert and there’s Ep and there’s Ein.
Gert’s poems are bunk,
Ep’s statues are junk,
and no one can understand Ein.
There’s a wonderful family called Stein:
There’s Gert and there’s Ep and there’s Ein.
Gert’s poems are bunk,
Ep’s statues are junk,
and no one can understand Ein.
Bitte befragen Sie die folgenden Antworten.
1. Mit anderthalb. Meine Eltern waren extrem begeistert.
2. Bloggen, Autoscooter fahren, Werbezettel in der Fußgängerzone verteilen, Bohnenzüchten auf dem Balkon, Kastanienmännchen basteln, Polo spielen, Hühnereier mit Weihnachtsmotiven bemalen, Freunde treffen.
3. In Peking.
4. Ja. Als ich das letzte Mal ein Gewehr in der Hand hatte, hätte ich beinahe den Mann vom Rummelplatz erschossen.
5. Ungefähr drei- oder viermal pro Jahr. Öfter geht nicht, zu anstrengend.
6. Das ist schon ewig her. Zehn oder elf Jahre, glaube ich.
7. Den Wirtschafts-Nobelpreis.
8. Äh, da muss ich länger nachdenken. Boris Becker vielleicht? Mahatma Gandhi? Ach nee, jetzt hab ich’s: Ursula von der Leyen.
9. Im Oktober 2006.
10. Also wirklich, diese Frage würde ich nicht mal meiner besten Freundin / meinem besten Freund beantworten. Geschweige denn wildfremden Menschen.
Extra für Lady Grey geschnitzt. Wer es auch haben möchte - bitteschön.
Der Park schmeißt mit Eicheln und Kastanien. (Das ist wahr.)
Heute früh roch er zudem beharrlich nach brennendem Cannabis. (Das verbuchen wir mal unter Sinnestäuschungen kurz nach Sonnenaufgang.)
Also da hamse ja am Freitach son Urteil gefällt, von wegen dem Buch vom Herrn Biller. Dass der nicht aufschreiben darf, was seine Ex-Verlobte immer gemacht hat und ihre Mutter und das dann drucken lassen und jeder kann das lesen. Inne Zeitung stand geschrieben, dass Sie so eine tolle Formel gefunden haben, die Jedesto-Formel (das sind in echt zwei Wörter, je und desto! da muss man erstmal drauf kommen!!), mit der man messen kann, ob das jetz korrekt ist, was man schreibt oder nich. Da muss man dann so irgendwie das Geschriebene mit der Wirklichkeit vergleichen, und je mehr das übereinstimmen tut desto schlechter isses. Und noch was mit Persönlichkeitsrecht und so.
Und da hätt ich mal ne Frage, weil ich schreib ja hier auch, zwar nur ins Internetz, aber schreibm isses trotzdem. Mein Problem is nu, dass ich jetz gar nich mehr weiß, was ich eigentlich noch schreibm darf und was nich. Also zum Beispiel wenn ich jetz so ne total fast ausgedachte Geschichte aufschreibm will über Minigolf, und ich würde da so schreibm: Die Soundso (also, da würde jetz ein Name stehen vonner Person, aber das muss nich der echte Name sein, weil ich kann mir ja genauso gut einen falschen ausdenken), die is ja ne komplette Niete im Minigolf. Oder wenn ich schreibm würde: Der Soundso (also, das ist wieder die gleiche Sache, da würde dann ein Name stehen), der hat auf Bahn 13 sieben Schläge gebraucht, dabei ist Bahn 13 so was von leicht und alle anderen haben höchstens drei Schläge gebraucht. Oder wenn ich schreibm würde: Die Soundso (nu habenses wohl begriffen), die benimmt sich nachm Minigolf inner Gastwirtschaft total daneben indem se fiese Sachen zum Servierfräulein sacht.
Ich glaub Sie wissen jetz schon, wo ich drauf hinaus will, nämlich wenn die entsprechenden Personen sich wiedererkennen würden und an ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt fühlen würden, und das ganze Internetz kann es lesen, wär das dann korrekt von mir oder nich? Die Jedesto-Formel tut mir da leider überhaupt nich weiterhelfen, weil ich weiß gar nicht wie ich das eigentlich messen soll. Also wollt ich lieber mal fragen, wenn die entsprechenden Personen dann bei Ihnen sone Klageschrift anfertigen würden, würdense denen dann Recht geben?
Ich wär Ihnen dankbar, wennse mir schnell antworten könnten (könnense ruhig unten in den Kommentaren machen), weil vorher kann ich die Geschichte ja nich aufschreibm. Und dann wollt ich noch kurz anmerken, dass ich das total blöde finde dass man jetz immer so aufpassen muss beim Schreibm.
A flea and a fly in a flue.
Said the fly “Oh what should we do?”
Said the flea “Let us fly.”
Said the fly “Let us flee.”
So they flew through a flaw in the flue.
Doris Lessing also, wer hätte das gedacht. Die hat vor kurzem in Hamburg gelesen – wenn wir geahnt hätten, dass sie demnächst Nobelpreisträgerin wird, dann wären wir unbedingt hingegangen. (Das ist gelogen.) Die Briten finden es natürlich toll.
Im Regal fünf ihrer Bücher, drei davon gelesen: The Golden Notebook (immer Schwierigkeiten mit der Zeitgebundenheit des 60er/70er-Jahre-Feminismus), The Fifth Child (sehr faszinierend und sehr unheimlich) und The Diaries of Jane Somers.
Letzteres war ein spannendes Experiment: Sie schrieb es 1984, als sie schon eine bekannte Autorin war, veröffentlichte es aber unter Pseudonym, eben als „Jane Somers“, um herauszufinden, ob es anders rezipiert wird als wenn Doris Lessing draufsteht. Ergebnis: Na klar. Ihre beiden britischen Verleger lehnten es rundweg ab, der französische kaufte es und, immerhin, rief danach bei ihr an, um zu fragen, ob sie Jane Somers beim Schreiben geholfen habe. Der amerikanische klagte, ohne Person hinter dem Buch, ohne Bilder, Fernsehauftritte, Interviews sei eine vernünftige Vermarktung nicht möglich.
Der Roman hatte im Buchhandel ein ‚shelf life’ von ein paar Monaten, nicht weniger als andere Debütromane, aber sehr viel weniger als Romane von Doris Lessing. In Amerika wurden 2800 Exemplare verkauft, in Großbritannien 1600. Alles ganz normal für einen Erstling, aber nicht für Doris Lessing. Weshalb sie ein bisschen über die Kommerzialisierung des Buchmarkts zuungunsten der Kunst trauerte und alsbald wieder als Doris Lessing veröffentlichte. Und über das Experiment schrieb: „I’m going to miss Jane Somers.“
Aber natürlich hätte Jane Somers nie den Nobelpreis bekommen.
Buchmesse – Hochkonjunktur für Literaturkritiker, und Sigrid Löffler läuft heuer zu ganz großer Form auf: Zuerst eine Schmähtirade über den diesjährigen Büchnerpreisträger Martin Mosebach, dann eine vernichtende Kritik am Auswahlverfahren für den Deutschen Buchpreis, und am vergangenen Sonntag ein im Deutschlandfunk über Globalisierungserscheinungen im Literaturbetrieb – meinungsfreudig und unterhaltsam allesamt.
Frau Löffler kann ja die Dinge immer sehr wirkmächtig auf den Punkt bringen und beschreibt im Radiointerview die Sehnsucht des Buchmarktes nach dem globalisierten Massenbuch – marktgängig, weltweit anschlussfähig, leicht übersetzbar, verfilmbar, hohe Verkäuflichkeit bei geringem Risiko für die internationalen Medienkonzerne – als Verlangen nach dem „gedruckten Hamburger“.
Zwischendurch sagt Frau Löffler dann noch den Satz: „Unser Bild der Weltliteratur ist gefiltert durch das, was übersetzt wird.“ Wohl wahr.