Dabei sein ist alles
Während der Fernsehübertragung des Pokalfinales am vergangenen Sonnabend war zu beobachten, wie einer der beiden Trainer von Beginn an nervös auf einem Kaugummi herumkaute und dabei vergaß, den Mund zu schließen. Sah saublöd aus und war auch unpraktisch, denn nur so konnte es passieren, dass das Kaugummi auf einmal aus dem Trainermund hinaussprang und vor der Bank auf dem grünen Rasen landete. Eine Auswechslung während der ersten Viertelstunde kommt überhaupt nicht in Frage, mag sich der Trainer gedacht haben, bückte sich, hob das Kaugummi auf und steckte es wieder in den Mund. Später wechselte er doch noch ein paar Mal, musste aber trotzdem machtlos mit ansehen, wie seine Mannschaft mit 1:5 verlor.
Das erinnert uns an eine Szene, die wir im Heiligen Jahr Zweitausend im Petersdom beobachteten: Während einer Messe fiel dort einem Priester bei der Ausgabe des Abendmahls eine Oblate auf den Fußboden. Heiliger Boden zwar, aber doch täglich von zehntausend schmutzigen Füßen betreten. Das scherte den Priester wenig, er bückte sich, hob die Oblate auf und steckte sie flugs dem nächsten Abendmahlsanwärter in den Mund. Der wiederum hatte keine andere Wahl als sie dankbar zu verspeisen – denn den Leib Christi verschmähen, nur weil er versehentlich mal kurz runtergefallen war, das geht natürlich nicht.
Lautet eigentlich die offizielle Bezeichnung für diese Kinder, die seit ein paar Jahren am Anfang von Fußballspielen da so mit ins Stadion gehen und dann auf wundersame Weise ins Nichts verschwinden, tatsächlich Einlaufkinder? Dieser Begriff hat das Zeug zum neuen Lieblingswort. Wenn die groß sind, können sie stolz ihren Enkeln erzählen: Einst war ich ein Einlaufkind gewesen…