Die Mühen der Ebene (19. Juni)

Wie Titanic und Untergang scheinen Abiturientenreden und Wassermetaphorik zusammenzugehören. Die Schülerredner bei der heutigen Abi-Entlassung strapazieren die Metapher enorm, haben aber die selbstironische Idee, ihr frisch erworbenes Abitur mit einem Seepferdchen-Schwimmabzeichen zu vergleichen. Für das muss man drei Anforderungen erfüllen: Vom Beckenrand springen, eine geringfügige Strecke ohne fremde Hilfe schwimmen und einen Gegenstand mit den Händen aus schultertiefem Wasser heraufholen. Der Sprung ins kalte Wasser ist die Einschulung, das Schwimmen die Schulzeit und das Heben des Schatzes aus dem kühlen Nass ist das Abitur.
Das ist erfreulich tief gestapelt. Mir erscheint das Abitur im Rückblick immer als die leichteste aller Prüfungen, die ich im Leben machen musste. Und es ist definitiv diejenige, für die ich am wenigsten gelernt habe.
So war es übrigens im letzten Jahr.


  1. Vielleicht erforderte der Sprung vom 10m-Turm ins kalte Wasser (siehe 17.Juni) mehr Mut, als das Fischen eines Ringes aus schultertiefen Wasser - mit den Füßen (!).

    Samstag, 20. Juni 2009, 10:25 Uhr von Miss Field

  2. Okay, gefunden. Eins.

    Samstag, 20. Juni 2009, 10:58 Uhr von nicwest

  3. Also ich empfand z.B. “Filmschein des Landesfilmdienstes NDS für 16mm und VHS” oder auch “Führerschein Klasse 3″ als die leichteren Prüfungen, so mal im direkten Vergleich …

    Montag, 22. Juni 2009, 14:09 Uhr von HS

  4. Führerschein war bei mir hochdramatisch, Filmschein hab ich nie gemacht - in Konkurrenz treten könnte höchstens noch die Zwischenprüfung Germanistik an der Uni Hannover (das war ein zwanzigminütiges nettes Gespräch), aber die habe ich von vornherein nicht mitgezählt. Ich meinte eher Magisterexamen, Promotion…

    Montag, 22. Juni 2009, 20:28 Uhr von nicwest

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