Die Mühen der Ebene (28. Januar)
Deutsch Klasse 5, Grammatik. Was ein Subjekt ist und wie man es erkennt, haben sie selbst herausgefunden, um das zu üben, bekommen sie ein Arbeitsblatt, auf dem die Subjekte nicht am Satzanfang stehen, sondern mittendrin, und also schwerer zu erkennen sind. Da stehen Sätze wie Zwei Pedale haben Fahrräder, Eine Panne hat die Reißzwecke ausgelöst oder Zwei Fahrraddiebe beobachteten Schüler bei ihrem Diebstahl. Nach einer Weile kapieren sie, dass sie nicht nur mechanisch wer oder was? fragen können, sondern auch auf die inhaltliche Logik achten müssen.
Als alles verglichen und begründet ist, wollen sie wissen, ob ich mir diese Sätze selber ausgedacht habe. Ich verneine wahrheitsgemäß und frage, warum sie das glauben. Na ja, die Sätze seien so… komisch.
Später sprechen wir über unseren Beitrag zum Schuljahrbuch, in dem sich jede Klasse auf einer Seite vorstellt. Unter dem offensichtlich tiefen Eindruck einer kürzlich gelesenen Geschichte über ein verheerendes Gemetzel, das ein Fuchs auf einem Hühnerhof anrichtet, macht jemand den Vorschlag, die Klasse als Hühner darzustellen und mich als Fuchs.
Nachmittags folgt die Verabschiedung zweier Kollegen in den Ruhestand. Während geredet wird (von sechs Reden sind zwei gut, eine noch dazu lustig), tragen die Köchinnen die erlesensten Speisen in den Raum. Aber es muss geredet werden. Einer der Pensionäre, er sieht den ganzen Tag über schon geradezu glückstrahlend aus, eröffnet schließlich das Buffet mit den Worten: „Genug geredet. Wir wollen essen.“ (Und das meint er nicht im Sinne von: Wir wollen jetzt die Hände falten und dem Herrn danken, sondern eher so: Es ist drei Uhr, und wir hatten alle kein Mittagessen.) Der andere Ruheständler hatte zuvor diesen Satz geäußert: Hoffentlich dauert das nicht so lange, ich muss noch einkaufen.