Nee wat is dat schön

Die Sonne scheint, die Stimmung ist gut, und der schrullige Bruder wurde gestern dabei beobachtet, wie er im Garten Eier einpflanzte. Fremde Leute durchsuchen mein Blog nach einem „Textvorschlag zur Gedenkminute eines Verstorbenen“ – da stimmt mit der Grammatik was nicht, aber egal, ich habe ohnehin keinen besseren Vorschlag als diesen hier:

Und jetz isser tot, nee wat is dat schön,
wie er da so liegt, herrlich anzusehn.
Et war absehbar, dat der ganze Lack
nur Fassade war, und jetz isser ab.
Der Möpp is tot, der Sausack schweigt
und et is vorbei, und ich bin frei.

Eigentlich ein Sakrileg, diese heilige Version einfach umzutexten, aber den Missfits verzeihe ich fast alles.
Im Ort riecht es nicht mehr ganz so penetrant nach Gülle, der Sommerurlaub ist in trockenen Tüchern. In der Aula sitzen jetzt jeden Tag die Abiturkinder, wie sie in Fünftklässlerkreisen heißen, über ihren Klausuren. Auf dem Weg zur Toilette befragt, ob es schlimm sei, antwortete vorgestern jemand: Och nö, macht Spaß.
So soll es sein.

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