Die Mühen der Ebene (15. Juni)
Dienstag, 15. Juni 2010Im ganzen Ort laufen heute besoffene Abiturienten herum – hoffentlich sind darunter nicht diejenigen, die morgen bis zu drei mündliche Nachprüfungen haben, um das Abitur in letzter Sekunde doch noch zu bestehen. Heute war nämlich „Abi-Jux“, so heißt das in der Sprache der Schulleitung. Ganz anders sollte es werden, aber wie immer war eine Menge Wasser beteiligt, und wie immer mussten Lehrer sich vor der versammelten Schule lächerlich machen, um Gegenstände auszulösen, die in der Nacht vorher aus ihren Gärten entwendet worden waren. Kollege T. grübelte hinterher, wie er sein Straßenschild auf dem Fahrrad nach Hause transportieren sollte.
Anders war diesmal nur, dass das Lehrerzimmer plötzlich unaufschließbar war – da hatte wohl der Hausmeister seine Hand mit im Spiel. Um hinein zu kommen, mussten die anwesenden Kollegen gemeinsam einen Fragebogen beantworten mit Fragen über die Lehrer, die in dem Jahrgang unterrichtet hatten. Nur deshalb weiß ich jetzt, dass ein Mathekollege den zweiten Vornamen Romeo trägt, dass die drei Katzen eines Deutschkollegen Goethe, Schiller und Harry heißen oder dass der geschätzte Lateinkollege stets im Bademantel frühstückt. Kollegin ohne T, auf Klassenfahrt auf Sylt weilend, wurde eigens angerufen und musste bestätigen, dass sie Rotwein lieber mag als Weißwein.
Außerdem habe ich, wie in jedem Jahr, eine Mail von Ale bekommen, unter anderem mit einem Link zu einem Video, in dem Emma – die ist schon fünf – in einem Chor singt. Das Singen sieht super aus, das mit dem rhythmischen Klatschen muss sie noch üben.
Und, hey, Beaker!