Die Hübschigkeit der Schauspieler

Weil es in dem Heideort, in dem wir alle wohnen müssen, kein Kino gibt, haben wir beschlossen, einen Filmclub zu gründen. Die Logistik ist großzügig: Riesensofa, Beamer und große weiße Wand.
Die Regeln sind einfach, und es gibt nur zwei:
1. Reihum zeigt jeder an einem Freitagabend einen Lieblingsfilm, den die anderen anschauen müssen – aufstehen und rauslaufen ist verboten. Das klingt simpel, ist es aber nicht, da die Filmgeschmäcker der Clubmitglieder sehr verschieden sind – alles dabei von Action über Sozialkomik, Science Fiction, Western bis zu 60er-Jahre-Operettenfilmen.
2. Nach dem Film gibt es Diskussion, möglichst gepfeffert.
Wie der Clubname Die Hübschigkeit der Schauspieler zustande kam, daran können wir uns nicht mehr erinnern.

20. Januar 2012
Fargo
(1996) mit Frances McDormand, William H. Macy, Steve Buscemi

Weil kein richtiger Winter ist, sehen wir einen Film, in dem richtig Winter ist. In dem man nicht entscheiden kann, wo der Schnee aufhört und der Himmel anfängt, und in dem man am unteren Bildrand einen winzigen Strich Straße sieht und oben drüber einen riesigen grauen Winterhimmel. Das veranlasst Frau L. zu der Aussage, in solchen Gegenden zu wohnen, sei unmenschlich: „Dort halten es nur Büffel und Indianer aus.“ Und nein, damit meine sie nicht, dass Indianer keine Menschen seien.
Wir reden wenig über den Film, er ist einfach gut. Über das Genre können wir uns nicht recht einigen – Krimikomödie hätte man früher gesagt, aber dafür sieht man einfach zu viel Blut. Der Hübschigkeitsfaktor ist eher gering, die Schauspielerqualität dafür hoch. Am eindrücklichsten ist natürlich die schwangere Polizistin Marge Gunderson, die gleichzeitig hinterwältlerisch, energisch, spießig und clever ist. Eine richtig plausible Erklärung für Mike Yanagita finden wir nicht, aber dafür gibt es dieses Internetz.
Die Behauptung des Vorspanns „THIS IS A TRUE STORY. The events depicted in this film took place in Minnesota in 1987“ ist gelogen und sollte nicht zu ernst genommen werden, das könnte böse enden. Oh yah.

17. Dezember 2011
Der Adler der Neunten Legion
(2010) mit Channing Tatum, Jamie Bell, Donald Sutherland

Der Adler der Neunten Legion, das Taschenbuch zum Film – ja nee, so ist es falschrum. Das Buch von Rosemary Sutcliff ist ein Jugendbuchklassiker, erschienen 1954, und der Film ist eine Hollywood-Produktion aus dem Jahr 2010.
Über das Buch habe ich in der siebten Klasse mal ein Referat gehalten, dessen Beginn meine kleine Schwester und ich bis heute auswendig können, weil ich anscheinend sie als Publikum benutzt habe, um das unendlich oft zu üben: „Rosemary Sutcliff wurde in einem kleinen Ort in Südengland geboren. Als kleines Kind erkrankte sie schwer und konnte einige Jahre lang keine Schule besuchen. Später befasste sie sich intensiv mit historischen Studien, die sie in ihren Romanen verarbeitete…“ Zudem steht das Buch total zerlesen im Bücherregal – schlechte Voraussetzungen für den Film also.
Der war im zentralen Kino des Provinzstädtchens angekündigt worden, in Vorschauen und auch in Gestalt einer lebensgroßen Pappfigur des römischen Centurio Marcus Flavius Aquila im Foyer. Er wurde dann dort nie gezeigt, und quasi aus Protest kaufte Kollegin G. die DVD, kaum war sie erschienen.
Es ist wieder mal die klassische Quest-Situation: eine Aufgabe, die erfüllt werden muss, an der die Mitwirkenden wachsen und die sie – das weiß man von Anfang an – natürlich meistern werden. Das Bemühen um historische Akkuratesse ist erkennbar, die Schauspieler sind leidlich hübsch (bis auf den Stiernacken des einen und die Segelohren des anderen), wenn man will, kann man schwulen Subtext entdecken.
Interessanter sind die Unterschiede zwischen Buch und Film. Das Drehbuch tut alles, um poetische Passagen zu nivellieren und die Dramatik zu steigern, und zwar die Dramatik von Kampfszenen. Da zersäbeln Streitwagen mit Sensenblättern an den Naben Männerbeine, da wird wild aufeinander eingestochen, kleinen Kindern die Kehle durchgeschnitten, Leute werden enthauptet. Und uns wird übel.
Die Altersfreigaben schwanken ziemlich: in Deutschland ab 12, in Italien ohne Beschränkung, in Großbritannien unter zwölf nur in Begleitung eines Erwachsenen, in Finnland ab 15, in Malaysia ab 18. Der anwesende Gast (40) meint, ab 41 wäre genau richtig.
2010 ist ein weiterer Film zum Thema des rätselhaften Verschwindens der Neunten Legion erschienen, Centurion von Neil Marshall – hier ist eine ganz kenntnisreiche Einordnung des Stoffs.

25. November 2011
Der dritte Mann
(1949) mit Joseph Cotten, Alida Valli, Orson Welles

Dam da dam da dammm da dammm… – das Harry-Lime-Theme ist ein ganz schlimmer Ohrwurm, der uns jetzt zwei Wochen lang verfolgen wird. Erstaunlicherweise beginnt er gar nicht mit Punktierten, sondern mit Triolen, wie man auf dem Grabstein des Komponisten und Zitherspielers Anton Karas nachlesen kann. (Links daneben liegt übrigens Strecki begraben.)
Alle erwarten einen Operettenfilm von Frau L., aber dann ist es der Dritte Mann. Anspruchsvolle klassische Unterhaltung ist genau das Richtige nach einem anstrengenden Elternsprechtag, auch wenn das heimliche Motiv hinter diesem Film ein belehrendes ist: Ach, wie DEZENT dieser Film doch sei, ruft Frau L. an mehreren Stellen demonstrativ aus. In der Tat sieht man weder die missgebildeten Kinder im Krankenhaus noch die Morde an Paul Hörbiger und Orson Welles, und selbstredend handelt es sich um ein besonders edles Exemplar der Kategorie Anzugfilm.
Die Straßenlampen müssen in diesem Wien von damals wohl dicht in Bodennähe befestigt gewesen sein, anders sind die riesigen Schatten nicht zu erklären. Zu welcher Jahreszeit der Film spielt, ist auch nicht ganz klar; manchmal sieht man eine Atemwolke vor den Schauspielermündern, manchmal nicht. Holly ist ein seltsamer Vorname für einen Mann. Die expressionistisch-schrägen Kameraperspektiven nennt Frau L. chinesisch, aber dieses Internetz kennt sie als Dutch angle. Die Hübschigkeit der Schauspieler ist ganz okay. Besser noch sind die schwarz-weiß-Töne und das grandiose Licht.
Hinterher blättern wir im Geschichtsbuch, um die Wissenslücken im Kapitel Besatzungsgeschichte zu schließen. Die Ergebnisse dieser Studien sind leider im Elternsprechtags-Müdigkeitsnebel verschwunden.

7. Oktober 2011
Adams Äpfel
(2005) mit Ulrich Thomsen, Mads Mikkelsen, Ole Thestrup

Es beginnt mit einer Flutkatastrophe beinahe biblischen Ausmaßes, passend zum Film. Erst als die Lappen zum Trocknen auf der Leine hängen, die Socken gewechselt und die Sofas wieder zurecht- gerückt sind, können wir uns dem Apfel widmen, der als einziger übrig bleibt. Nicht Evas diesmal, sondern Adams. Frau L. allerdings ist von Anfang an unwirsch; ihr gefällt der Film nicht, sie sagt aber nicht, warum.
Ein Film mit schönen und mit grausigen Bildern. Die Szenen latenter oder offener Grausamkeit sind originell, bewundernswert makaber und zudem nützlich, um die groteske Fallhöhe zur extrem naiven Weltsicht Ivans zu konstruieren. Das mit dem Kopfschuss und dem herausquellenden Gehirn allerdings hätte fehlen können.
Man weiß nicht so recht, ob dieser Film sich selbst ernst nimmt oder nicht. Die Botschaft am Ende scheint – wie auch die biblische Symbolik, mit der er operiert – so eindeutig, dass man den Film in kirchlichen Kaffeekränzchen zeigen könnte: Tue Gutes im Sinne der Bibel à la die eine und die andere Wange, und wenn du dabei die Realität komplett verkennst – macht nix.
Will man diese Botschaft auf eine säkulare Welt übertragen, in der nicht Gott regiert, sondern die Vernunft, kommt man nicht weit, denn mit Vernunft hat das alles überhaupt nichts zu tun. Vielleicht ist die Komik ein Resultat der auf diese Weise entstehenden Ratlosigkeit: Man weiß einfach nicht, was man anderes tun sollte als zu lachen. Eine Zumutung nennt Frau L. das – nicht das Schlechteste, was man über einen Film sagen kann.

3. September 2011
Trick
(1999) mit Christian Campbell, John Paul Pitoc, Tori Spelling.

Der Trend scheint im Moment in Richtung Nischenfilm zu gehen – diesmal also ein Low-Budget-Schwulenfilm von vor zwölf Jahren. Darin stehen die Twin Towers noch und sind wahrscheinlich symbolhaft zu deuten.
Die Hübschigkeit der Schauspieler ist über jeden Zweifel erhaben, und weil das so ist, wissen wir von vornherein, wie das Ganze ausgehen wird – wer so gut aussieht, kriegt sich am Ende, ganz klar. Nur dass Gabriel unbedingt überprüfen muss, ob Mark ihm die richtige Telefonnummer gegeben hat, wirft einen unnötigen Schatten des Misstrauens auf das junge Glück.
Dass Schwulenfilme den Bechdel-Test bestehen, verlangt ja niemand, aber eine der beiden mitspielenden Frauen redet so dermaßen viel und schnell, dass Frau L. sich bemüßigt fühlt, die Augen fest zuzukneifen und die Ohren zuzuhalten, wann immer diese Frau auf der Leinwand erscheint. Sehr nervig. Und am nervigsten ist, dass sie nur deshalb so nervig ist, weil sie in völliger Verkennung der Tatsachen immer noch glaubt, bei Gabriel Chancen zu haben.
Die andere Frau hingegen sitzt minutenlang mit entblößten Brüsten herum – eine ziemlich lustige Idee für einen Schwulenfilm. Am Ende droht sie, genau so auf die Straße zu gehen, sie habe das in Paris immer so gemacht, und sehr komisch ist der Bruchteil einer Sekunde, in dem Gabriel im Treppenhaus an ihr vorbei stürmt (natürlich um Mark hinterher zu rennen, den er vorher leichtfertig vergrätzt hatte), und in dem sie sich dann doch noch etwas überzieht. New York ist eben nicht in Frankreich.
Ansonsten sieht man ziemlich viele Männerkörper um ihrer selbst willen – mit T-Shirt oder ohne, aber jedenfalls nicht im Anzug, wie Frau L. bedauernd feststellt – und einen unerwartet amüsanten Abspann, auch wenn es natürlich nicht pc ist, über die seltsamen Namen der Mitwirkenden zu lachen.
Das war hübsch und unterhaltsam und fühlte sich überhaupt nicht nach Rache an.

1. Juli 2011
Magnolia
(1999) mit Jason Robards, Tom Cruise, Philip Seymour Hoffman, John C. Reilly, Melora Walters.

Wir sind in Runde drei angekommen, und so langsam zeigen sich die Vorlieben der Clubmitglieder deutlicher. Ich mag ja Filme, in denen man auch beim sechsten Mal noch Dinge entdeckt, die man vorher nie bemerkt hat, und wenn man dann ein bisschen im Internetz herumliest, dann ist da noch viel mehr, was man bis jetzt übersehen hat (die Ziffern 8 und 2 zum Beispiel). Und zu Kunst gehört auch, dass sie widerständige Reste zurücklässt, die sich nicht problemlos in einer runden Gesamtinterpretation unterbringen lassen. Auf die Frage beispielsweise, warum der Film Magnolia heißt, gibt es mindestens sechs mögliche Antworten.

Natürlich, Magnolia ist „hochgradig prätentiös“ und mit drei Stunden Länge und der extrem wechselnden Lautstärke des Soundtracks eine Zumutung. Aber zum Glück gibt es ja die Regel, dass niemand rauslaufen darf. Der Film sei so negativ, beschwerte man sich hinterher, er mache depressiv. Ja, aber das Leben ist auch so. Wir haben mit der Vergangenheit abgeschlossen, aber die Vergangenheit nicht mit uns.
Erbaulich ist das alles nicht, aber immerhin emotional so eindrücklich, dass es „Rache“gelüste weckt. So langsam geraten wir in die extremen Ecken der Geschmäcker – und das ist auch gut so.

10. Juni 2011
High Noon
(1952) mit Gary Cooper, Grace Kelly, Katy Jurado, Lloyd Bridges.

Lila Löffel zu roten Erdbeeren – da summt einem die Netzhaut. Gary Cooper sagt eiskalt zu seiner Frau, er müsse in die Stadt zurück, das sei nun einmal so. So fängt es an.
Natürlich kennen alle High Noon. Ein Film, in dem Erzählzeit und erzählte Zeit fast übereinstimmen; Uhren spielen eine wichtige Rolle. Die meiste Zeit passiert eher nichts; am Ende gibt es ein bisschen Versteckspiel mit Schießen. Wie weit der Bahnhof von der Stadt entfernt ist, kann man nur raten.
Die Haarfarben der Frauenfiguren sind klischeehaft – die Schwarzhaarige ist exotisch, lebenstüchtig und verrucht, sie hat hooded eyes, die ihr einen sündigen Ausdruck verleihen. Die Blonde dagegen ist gutgläubig, ein bisschen naiv und starrköpfig; die Wandlung von der Quäkerin zur Mörderin ist wenig plausibel, entspricht aber dem alten Klischee vom Nerd, der einmal eine Waffe bedienen muss, um zum Unterhemd-Helden zu werden. Das Beste am Menschen ist, dass er sich besinnt und wiederkehrt.
Die wirklich wichtige Frage ist natürlich: War Grace Kelly blondiert? Was die Hübschigkeit der Schauspieler angeht, so sind die Frauen hübsch, und die Männer sind Männer. In deren Nähe möchte man sich lieber nicht aufhalten – alle sehen unrasiert und ungewaschen aus und haben riesige Schweißflecken unter den Achseln. Warum sie in der Hitze Westen tragen, weiß kein Mensch.
Ansonsten haben wir noch über das Eistauchen gesprochen, über die Filmmusik, die Kameraführung (die berühmte Vogelperspektive, die zeigt, wie allein Will Kane in der Stadt ist) über Volkslieder und über die Frage, warum man dem Staat für nichts sein Leben schenkt.
Do not forsake me, oh my darling (“He made a vow out while in state prison/ Vowed it would be my life or his’n”).

6. Mai 2011
The Grass is Greener
(1960) mit Cary Grant, Robert Mitchum, Deborah Kerr, Jean Simmons.

Keine kleinen Jungs diesmal, kein Quest, sondern ein klassischer Erwachsenen-Film, eine Ehebruchsgeschichte mit Happy End, die zeitweise wirkt, als sei sie mit Zeitraffer gedreht worden. Wir beginnen auf Englisch, aber nach fünf Minuten gebietet Frau L., die den Film ausgewählt und in einer Hauruck-Aktion hat ordern lassen, man möge auf Deutsch umschalten – sie kenne diesen Film nun mal auf Deutsch, und auf Englisch komme ihr alles so komisch vor. Auf Deutsch trägt er den beknackten Titel Vor Hausfreunden wird gewarnt, wo er doch eigentlich Die Kirschen sind süßer oder so ähnlich heißen müsste.
Lustig sind die Szenen, in denen Touristen durch das Schloss geistern, und alle Auftritte des Butlers. Der beste Dialog entspinnt sich, als die Frauen den Schuss gehört haben, in den Salon stürmen und noch nicht wissen, dass gerade ein Duell stattgefunden hat:

Hilary: Was ist denn hier los?
Hattie: Sie tragen alle Brillen!

In der Tat tragen sie alle übertrieben dicke, schwarze 60er-Jahre Hornbrillen, weil sie nicht mehr die Jüngsten sind und sehen wollen, wo sie hinschießen – schließlich dürfen sie einander auf keinen Fall töten oder schwer verletzen.
Hinterher reden wir ziemlich viel über Unterwäsche. Frau L. äußert diese seltsame These: Je emanzipierter eine Frau, desto Schiesser-Feinripp die Unterwäsche. Die ist ganz sicher falsch. Auf die Unterwäsche kommen wir, weil es im ganzen Film nur eine einzige Szene gibt, in der ein Schauspieler nicht ganzkörperbedeckt ist. Auf genau diese Szene spielt die britische Schauspielerin Sophie Ward – sie besitzt ein wunderbares Blog, in das sie gelegentlich auch mal etwas hineinschreibt – mit den folgenden Worten an:

I was thoroughly enjoying reading the script until I got to the stage direction where I take off my coat and stand in my underwear. This only means one thing and regular readers will know it. No more donuts, dammit.

Was die Hübschigkeit der Schauspieler betrifft, ist Frau L.s Meinung ganz eindeutig: Cary Grant ist klassisch schön, Robert Mitchum hingegen grobschlächtig und verschlagen. Der Lieblingskollege schließt sich an, aber mit der eigenwilligen Begründung, das Grübchen in Robert Mitchums Kinn sei zu tief. Kollegin K. und ich finden das alles überhaupt nicht. Über die Frauen redet niemand.
Am nachdrücklichsten im Gedächtnis bleibt vielleicht die Szene, in der Jean Simmons sich in maßlos übertrieben gespielter Müdigkeit in einen Sessel sinken lassen muss. Uaaah.

26. März 2011
Kikujiros Sommer
(1999) mit Takeshi Kitano, Yusuke Sekiguchi, Kayoko Kishimoto.

Kollegin K. pflegt eine seltsame Vorliebe für Filme mit kleinen Jungs in der Hauptrolle, das gibt uns zu denken. Diesmal macht sich ein Achtjähriger auf, seine Mutter zu suchen; zusammen mit dem griesgrämigen Kikujiro fährt er von Tokio aufs Land, ohne Geld, ohne Plan, nur mit einer Adresse im Rucksack. Sie treffen allerlei skurrile Leute, tun seltsame Dinge, erleben Enttäuschungen und freunden sich an. Am Ende kommen sie zurück ins betonierte und menschenleere Tokio.
Frau L. hat sich extra aufrecht hingesetzt und weigert sich, ein Kissen als Rückenlehne zu akzeptieren, aus Angst, wieder einzuschlafen, wie beim letzten Mal. Darüber hinaus ist sie brastig, weil sie am nächsten Tag, einem Sonnabend, beim schriftlichen Abitur Aufsicht führen muss. Am Heiligen Wochenende! Statt über den Film reden wir über solche Sachen. Der Film nämlich lässt uns etwas ratlos zurück. Mit Realismus und Psychologie kommt man ihm nicht bei. Rationale Erklärungen für Verhaltensweisen gibt es nicht. Kollegin G. sieht Parallelen zu Tati, aber Tati ist lustig. Melancholisch und poetisch – hm, dazu ist er dann wieder zu albern. Das böse Wort Langeweile fällt. Jeder Schnitt kommt ein paar Sekunden zu spät, es gibt quälend lange Einstellungen ohne irgendein Geräusch, die Gedanken schweifen ab.
Dass sich die Kritik auch nicht einig ist, ob sie den Film mag oder nicht, sieht man hier sehr schön. Über die Hübschigkeit der Schauspieler reden wir nicht. Sie sind nicht hübsch. Allerdings mag ich, wie Kitanos Auge zuckt. Jemand fragt, was wir aus diesem Film gelernt haben. Dass Japans Landschaft so grün ist und fast aussieht wie hier. Und ich habe gerade eben gelernt, was es mit dem riesigen Tattoo auf Kikujiros Rücken auf sich hat.

18. Februar 2011
Stirb langsam 4.0
(2007) mit Bruce Willis, Justin Long, Timothy Olyphant.

Die Hard also hat der fürsorgliche Kollege für uns Banausen ausgesucht, die wir freiwillig im Kino keinen Actionfilm sehen würden. Dass wir trotzdem immer genau wissen, wie es weitergeht und das Ende schon nach fünf Minuten voraussagen können, ist bestimmt Zufall. Und sicher ist es dem anstrengenden Elternsprechtag geschuldet, den wir am Nachmittag zu absolvieren hatten, dass zwei von uns zwischenzeitlich mal kurz wegnicken. Frau L. verpasst auf diese Weise die zentrale Szene – den Kampf des Mannes gegen das Flugzeug (überflüssig zu erwähnen, dass der Mann gewinnt).
Der Sidekick-Nerd nervt ein bisschen, führt aber praktischerweise in seiner Umhängetasche passende Stecker für jede Gelegenheit mit sich. Klar, dass der am Ende eine Pistole bedienen muss, um zu einem echten Unterhemd-Helden zu werden. Dass die ihre Konflikte aber auch nicht gewaltfrei austragen können. Das Meister-Schüler-Motiv steckt darin, außerdem wieder der alte Herr der Ringe-Quest. Am Bechdel-Test scheitert dieser Film selbstverständlich grandios.
Hübsch ist nicht Bruce Willis, sondern sein böser Gegenspieler – dessen Erscheinung vernebelt Frau L. dermaßen die Sinne, dass sie von seiner Habgier nichts mitbekommt: „Wieso, der will doch nur die Welt verbessern…?“
Was wir nach dem Film reden, ist in einem Elternsprechtags-Müdigkeitsnebel verschwunden, aus dem zwei vereinzelte Felsbrocken herausragen: Erstens Madonna, von Frau L. beharrlich als „das dumme Stück“ tituliert, zweitens Sibirien, und was man dort an Winterabenden ohne Elektrizität täte (Frau L. würde Gedichte aufsagen, ich würde Romanhandlungen nacherzählen, Kollegin G. würde ihre Reisen rekonstruieren…). Und noch spät nachts habe ich mir die Zusammenfassung des Filmabends notiert: Das Böse frisst die Fische roh.
Fragen Sie nicht.

17. September 2010
Die Spielwütigen (2003) mit Prodromos Antoniadis, Constanze Becker, Karina Plachetka, Stephanie Stremler.

Die Hübschigkeit der Schauspieler spielt bei der Auswahl dieses Mal keine Rolle, sondern allein das Genre. Andres Veiel macht spannende Dokumentarfilme, soviel ist mal sicher. Die Großmutter von Karina Plachetka ist aber ziemlich hübsch, wie sie da so im Friseursalon sitzt, frisch frisiert und weise lächelnd. Den Friseursalon allerdings gibt es nicht mehr.
Eigentlich muss man diesen Film drei Mal sehen, das erste Mal so wie er ist, das zweite Mal mit dem Kommentar der vier Beteiligten, das dritte Mal mit dem Kommentar des Regisseurs. Interessant sind die Stellen, an denen die Grenze zwischen Dokumentar- und Spielfilm verschwimmt. Da verpfändet Prod in einem Pfandleihhaus am Kotti seine Gitarre – in Wirklichkeit nie passiert, aber total repräsentativ für seine Situation zu einem bestimmten Zeitpunkt seines Schauspielstudiums. Erlaubt oder absolut verboten für einen Dokumentarfilm?
Uns interessiert natürlich die Unterrichtssituation in der Schauspielschule, weil wir in einer vergleichbaren Position sind. Zwar sind wir kein Eliteinstitut wie die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, aber auch wir greifen ein in die Persönlichkeiten junger Menschen. Dürfen wir das überhaupt?
Ein Film über das Erwachsenwerden ist das in Wirklichkeit.

13. August 2010
Witness (Der einzige Zeuge, 1985) mit Kelly McGillis, Harrison Ford, Lukas Haas, Viggo Mortensen.

Ein Mord, ein kleiner Junge als einziger Zeuge, ein beharrlicher Polizist, korrupte Polizeiobere, ein Versteck in einer Amischen Siedlung, eine Beinahe-Liebesgeschichte. „Amish“ wird offensichtlich [ˈɑːmɪʃ] oder [ˈæmɪʃ] ausgesprochen – beides ist im Film zu hören – aber nicht [ˈeɪmɪʃ].
Als Historikerin kann Kollegin K. einwandfrei Auskunft geben über Entstehung, Abspaltung, Verfolgung und Auswanderung der Amish People. Frau L. hört sich das an und kommentiert: „Hätte es die verdammte Reformation nicht gegeben, dann könnte heute nicht jeder Dahergelaufene in einem leerstehenden Warenlager eine Kirche gründen.“ – eine pointierte Zusammenfassung von 500 Jahren Religionsgeschichte, obgleich unklar bleibt, wie sie auf das Warenlager kommt.
Im Abspann ist ein dialect coach erwähnt, denn die Amish sprechen außer Englisch auch Pennsylvania Dutch oder Pennsylvaniadeutsch, ein pfälzisches Deutsch aus dem 18. Jahrhundert, gemischt mit englischen Lehnwörtern, die im dialektalen Text umherschwimmen wie Fliegen in der Suppe. Hier kann man das nachlesen, hier hören. Hach.
Der Film lebt natürlich vom Gegensatz zwischen der befriedeten Amisch-Welt und der bösen Moderne, die in das Idyll eindringt. Wir fragen uns, ob das womöglich ein Werbefilm für eine pazifistische und rückwärts gewandte Lebensweise ist. Ein bisschen vielleicht, denn immerhin wird der Oberschurke am Ende gemeinschaftlich und friedlich überwältigt und nicht vom Kind erschossen, wie jeder versierte Krimigucker getippt hätte. Immerhin wird ein Konflikt zwischen Vater und Tochter zumindest angedeutet. – Von Maiskörnern ermordet zu werden, ist hingegen ziemlich originell.
Große Diskussionen entfacht die Szene, in der sie mit der Pferdekutsche in die Stadt fahren, und hinter ihnen auf der Straße fährt zuerst ein riesenhafter Lastwagen, der nicht überholen kann, und dann eine kilometerlange Autoschlange. Es stellt sich heraus, dass der Lieblingskollege grundsätzlich nur 80 fährt auf der Landstraße, weil ihn das weniger stresst. Ob er nicht in der Fahrschule gelernt habe, dass man, wo man 100 fahren darf, auch 100 fahren soll, um kein Verkehrshindernis zu sein? Habe er, antwortet er mit großer Gelassenheit, aber das kümmere ihn gar nicht. Frau L. echauffiert sich und stellt die aparte These auf, die Heide sei die einzige Gegend in ganz Deutschland, wo man auf der Landstraße noch rasen könne. In der Bodenseeregion, wo sie in den Ferien war, ginge das schon allein wegen der Straßenverhältnisse gar nicht. „Und wo ich rasen kann, da will ich auch rasen!“
Über die Hübschigkeit der Schauspieler zu sprechen, haben wir vergessen. Harrison Ford ist hübsch, Kelly McGillis ist mehr als hübsch und sehr geeignet für die Rolle als besorgte und etwas naive country beauty. Und Viggo Mortensen hat nur eine winzige Nebenrolle, ist aber auch ziemlich hübsch.

16. April 2010
Taran und der Zauberkessel (The Black Cauldron, 1995) von Ted Berman und Richard Rich.

Lloyd Alexander ist ein Auto und ein Autor, von letzterem stammt die Vorlage für den Film, den diesmal Frau L. ausgesucht hat. Frau L. ist die mit den Rätseln, und zunächst haben wir den heimlichen Verdacht, ihre Wahl sei auf diesen Film gefallen, weil er sich auf der einzigen DVD befindet, die sie besitzt. Das stimmt zwar, aber von Willkür kann keine Rede sein, im Gegenteil: Die Vorbereitung ist gründlich, die literarische Vorlage wird mehrfach ausführlich zitiert, und die Diskussion nimmt schwindelerregende Wendungen.
Ein gruseliger Zeichentrickfilm war uns versprochen worden, und siehe da, das stimmt. Wir sehen den Film ausnahmsweise auf Deutsch, wegen des Musikkollegen, der beständig mit seinem schlechten Englisch kokettiert. Als wir hinterher kurz in die Originalversion hineinschauen, merken wir, dass wir etwas verpasst haben – außer bei Gurgi (crunchings and munchings), den man kaum versteht, weil sie die Stimme irgendwie verfremdet haben. Gurgi erinnert uns darüber hinaus an einen Kollegen: freundlich und viele Haare. Außerdem kommt ein Möchtegern-Barde vor, der gerne mal übertreibt – stretching the truth nennt er das, sehr schön verbildlicht anhand seiner Harfe, deren Saiten sich bei zu viel Lügerei dehnen, bis sie reißen. Ein Schwein in Trance haben wir auch noch nie in einem Film gesehen, und wohl kennen wir Schweinehirten, jedoch keine Hilfsschweinehirten, assistent pig keepers.
Alle außer mir sehen sofort die Parallelen zum Herrn der Ringe – ein Auftrag, eine Gruppe Gefährten, eine Reise. Uralte Motive, immer wieder dasselbe. Die Männer bestehen die Prüfungen, die Frauen müssen befreit werden.
Fragen Sie mich nicht nach den genauen Zusammenhängen, aber von hier aus kommen wir, sanft gesteuert durch Frau L., zu allen möglichen anderen Themen: Zuerst zu den Nibelungen und der Frage, warum Siegfried und Brunhilde sich nicht kriegen, obgleich sie doch so offensichtlich füreinander bestimmt sind. Darüber haben wir uns übrigens schon einmal unterhalten.
Dann geht es zu T.H. White, The Once and Future King und der vom Dachs nacherzählten Schöpfungsgeschichte: Nach der ganzen Schöpferei versammelt Gott die neuen Lebewesen, um ihnen mitzuteilen, sie seien jetzt eigentlich fertig, aber jeder habe noch einen Wunsch frei; jemand wünscht sich ein dickeres Fell, jemand anders größere Pfoten und so weiter, und Gott gibt allen diesen Wünschen statt; nur der letzte sagt, er finde sich gut und möchte bleiben, wie er sei, woraufhin Gott sagt: Da hat jemand etwas verstanden. Frau L. erzählt das natürlich viel ausführlicher und schöner und kriegt auch die Pointe besser hin.
Von dort aus gelangen wir zum letzten Kapitel von Tolkiens The Return of the King, und ich kann wieder nicht mitreden. Es heißt The Grey Havens und schildert die Idylle nach, äh, dem, was immer da passiert ist, in sehr poetischen Metaphern:

The fruit was so plentiful that young hobbits very nearly bathed in strawberries and cream; and later they sat on the lawns under the plum-trees and ate, until they had made piles of stones like small pyramids or the heaped skulls of a conqueror, and then they moved on.

Die Metapher mit den Totenschädeln allerdings passt überhaupt nicht in die Idylle und stört Frau L., seit sie das zum ersten Mal las, und wer kann es ihr verdenken. Ich sowieso nicht, ich kann nur hilflos diese Deutung ergoogeln.
Zum Schluss reden wir über den Nibelungen-Film aus den 60er Jahren, in dem Siegfried von dem Hammerwerfer Uwe Beyer verkörpert wird, einem eher nicht so guten Schauspieler; auch kommt in diesem Film ein Drachen vor, der seine traktorbetriebene Künstlichkeit geradezu demonstrativ zur Schau stellt. Ganz zum Schluss reden wir über das Plagiat, übers Sampeln, über Helene Hegemann, und staunen noch kurz über Schüler, die englische Verben steigern können, den Nil in Niedersachsen vermuten und am Plural von Weltall interessiert sind.
Das war ein anspruchsvoller Filmabend. Dabei haben wir doch lediglich einen gruseligen Zeichentrickfilm gesehen. Und die Hübschigkeit der Schauspieler war überhaupt gar kein Thema.

29. Januar 2010
Wer früher stirbt ist länger tot (2006) mit Markus Krojer, Fritz Karl, Jule Ronstedt, Jürgen Tonkel.

Das letzte Treffen war im April letzten Jahres gewesen, danach war offensichtlich kein Termin mehr zu finden, an dem niemand nicht konnte.
Diesmal ist eine Reihe von Gästen anwesend, das Riesensofa ist geradezu überfüllt, zwei müssen auf dem Boden sitzen. Unter den Gästen ist auch jemand, die länger nicht zu Besuch war, weshalb das Gespräch sich um alles Mögliche dreht, aber nur selten um den Film. Außerdem gibt es Zombies, die uns schleichend betäuben, trotz Resteessens vorher. Immerhin bekommen wir mit, dass der Hübschigkeitsfaktor der Schauspieler ziemlich hoch ist.
„Nie nicht sterben“ will der Elfjährige, denn wer früher stirbt, muss länger im Fegefeuer braten. Wir können uns nicht recht einigen, ob die Hauptfigur dumm oder nur naiv ist. Die vielen anwesenden Norddeutschen haben Schwierigkeiten mit dem Bairischen, einer behauptet gar, da sei ja Schwyzerdütsch leichter zu verstehen. Ob die Beerdigungsmusik echte bayerische Volksmusik sei, will jemand wissen, das kann aber niemand beantworten.
Ausgehend von dieser Frage kommen wir auf den Begriff Inzidenzmusik, den die anwesenden Fachleute natürlich hervorragend erklären können. [Übrigens liebe ich ja Meta-Witze über Hintergrundmusik in Filmen: „Could someone please turn down that shrill music? I’m trying to commit mass murder here!“ Mehr Beispiele bei TV Tropes (examples, film).]
Wer wie ich glaubt, der Hauptdarsteller habe den ganzen Film hindurch dasselbe T-Shirt an, kann im Internetz nachlesen, dass es am Anfang hellblau ist und mit jeder weiteren Sünde dunkler wird. Der Physiker legt außerdem Wert auf die Feststellung, dass ein toter Hase nicht explodiert, wenn man versucht, ihn mit einem Stromschlag wiederzubeleben.
Ein sehr schöner Dialog ist dieser hier: „Dadn Sie eventuell mit mir vögeln?“ – „Was?“ – „Also ned oda?“

10. April 2009
Casablanca (1942), mit Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Paul Henreid, Claude Reins.

Die zentralen Sätze aus Casablanca zu zitieren, wäre langweilig. Auch kann man sich kaum noch wundern über die Übersetzungsfehler und die offensichtlichen inhaltlichen Ungereimtheiten: Warum zum Beispiel laufen Victor Laszlo und Ilsa Lund als gehetzte politische Flüchtlinge ständig in makellos blütenweißen Klamotten durch den Film? These der Kollegin: Weil es zu der Zeit keine Filme gab, in denen Männer keine Anzüge trugen. Warum nicht? Das müsste man mal näher untersuchen.
Die Mischung aus Melodrama, politischem Hintergrund und Witz ist immer wieder fesselnd. Dazu die hervorragenden Emigranten-Schauspieler noch in den kleinsten Nebenrollen. Die Deutschen sind noch nicht die fiesen, brutalen Nazis, sie sind einfach nur die Gegner. Ab wann änderte sich das Deutschen-Bild im angelsächsischen Kino?
Dass Ingrid Bergman bis Drehschluss nicht wusste, wer mit ihr ins Flugzeug steigen würde, kann man dem Film ansehen, es gibt ihm eine schwebende Qualität.
Die Filmmusik ist musterhaft ausgedacht, die deutsche Nationalhymne kommt in Moll vor, besonders gut ist natürlich die Szene, in der die Marseillaise die Wacht am Rhein schlägt. Aber: Spielt Dooley Wilson (Sam) eigentlich selbst Klavier? Und was ist mit der Lady, die nicht zu wissen scheint, wie man eine Gitarre bedient?
Bogey, der den ganzen Film über eine auffällig feuchte Unterlippe hat, erhält vom zuständigen Kollegen nur zwei von zehn Punkten auf der Hübschigkeitsskala, wobei der Begriff Hübschigkeit erst einmal definiert werden müsste.
Am Ende Quiz: Was erwidert Rick auf Major Strassers Frage nach seiner Nationalität? Wie lautet Sams Familienname? Wie heißen Ugarte, Berger und Ferrari mit Vornamen? Was ist Capitaine Renaults am wenigsten verwundbare Stelle? In welcher Stadt wollen sich Rick und Renault wiedertreffen?
“What watch?” “Ten watch.” “You’ll get along beautifully in America.”

20. Februar 2009
Hotel New Hampshire (1984), mit Rob Lowe, Jodie Foster, Nastassja Kinski, Beau Bridges.

Irritierend – der Kollege besteht auf diesem Wort – wirkt die Hübschigkeit der Schauspieler, insofern war es ein würdiger Auftaktfilm. Diese Röhrenjeans sind sowas von 80er Jahre.
„Keep passing the open windows“ ist natürlich der zentrale Satz des Films. Umstritten ist, ob John Irving kein richtiger Schluss eingefallen ist, oder ob auch am Ende das grundlegende Kompositionsprinzip gilt: Immer die am wenigsten wahrscheinliche Wendung nehmen.
Unklar ist auch, ob nicht zwischen der Aufforderung, sich nicht aus dem Fenster zu stürzen, und dem Gebot, ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen, noch irgendwo ein Zusammenhang fehlt. („Da fehlt doch wo ein Zusammenhang!“)
Der Tod ist ein Motiv, aber gelitten und getrauert wird nur im Rahmen der Liebe. Schön traurig ist auch: „Can I get you anything? – Yesterday and most of today.”
Jeder Mensch sollte einen Bären in seinem Leben haben. Wiener Walzer kann auf Dauer nerven.